Hämorrhoiden

Der Begriff ‚Hämorrhoiden’ stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Fliessendes Blut (haíma=Blut, rhéin=fliessen).

Unter Hämorrhoiden versteht man Gefässpolster, welche sich am oberen Ende des Analkanals befinden. Hämorrhoiden sind für die Kontinenz wichtig, da sie imstande sind, kleinste Mengen Luft und Flüssigkeit im Analkanal zurückzuhalten:  Sie machen den Analkanal sozusagen ‚luft- und wasserdicht’. Sind die Hämorrhoiden jedoch vergrössert, können Symptome  entstehen.

Symptome

Hämorrhoiden sind ein häufiger Grund für anale Blutungen. Diese Blutungen treten meist beim Stuhlgang auf, seltener spontan.  Juckreiz und Fremdkörpergefühl sind weitere häufige Symptome. Schmerzen sind eher selten und sprechen dann mehr für anale Wunden (z.B. anale Fissuren) oder Infektionen (Abszesse). Auch Schleimabgang oder eine leichte Inkontinenz können auftreten, da durch die vergrösserten Hämorrhoiden der Feinverschluss des Analkanals nicht mehr gewährleistet ist.

Therapie

Die Basis jeder Therapie besteht aus einer Stuhlregulation bzw. in der Behandlung einer vorliegenden Verstopfung. Dies kann durch eine Ernährungsumstellung erreicht werden, oder aber durch Einnahme eines Quellmittels oder eines leichten Abführmittels. Die Angst vor einer Gewöhnung oder einer Schädigung des Darmes durch die chronische Einnahme solcher Mittel sind absolut unbegründet und wissenschaftlich nicht belegt.

Wenn die Symptome trotz Stuhlregulation nicht zufriedenstellend verbessert werden können, sind interventionelle oder chirurgische Therapien das Mittel der Wahl. Verschiedene Therapien stehen hier zur Verfügung.

Welche interventionelle oder operative Therapie bei Hämorrhoiden die Beste ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Vielmehr ist die Wahl der richtigen Therapie abhängig von den Symptomen, dem klinischen Befund und den individuellen Erwartungen des Patienten. 

Unter den operativen Verfahren ist die Operation nach Longo eine der am weitesten verbreiteten Operationen bei Hämorrhoiden. Der Vorteil dieser Operation liegt in der relativen Schmerzarmut und der hohen Erfolgsrate von 90% über Jahre. Bei der Operation nach Longo werden die Hämorrhoiden selbst nicht entfernt, sondern die Schleimhaut direkt oberhalb der Hämorrhoiden., die Schleimhaut. Dies geschieht mit einem Schneid-Klammer-Gerät (sog. Stapler). Mit der Schleimhautentfernung oberhalb der Hämorrhoiden wird die restliche Schleimhaut des Analkanals gestrafft und an der Darmwand fixiert. Als weitere Folge der Operation schrumpfen die Hämorrhoiden durch die Unterbrechung ihrer Blutzufuhr.

Die Arbeitsunfähigkeit beträgt in der Regel eine Woche.

Eine Alternative ist die Schleimhautraffung (sog. recto-anal-repair), welche sich durch eine sehr geringe Komplikationsrate und geringe Schmerzen nach der Operation auszeichnet. Bei dieser Operation wird die anale Schleimhaut lediglich mit einer Naht gestrafft und fixiert, was die Beweglichkeit und die Durchblutung der Hämorrhoiden einschränkt. Die Arbeitsfähigkeit ist in der Regel nur geringfügig eingeschränkt.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Hämorrhoiden-Operation schmerzhaft?

Die anale Haut und Schleimhaut ist sehr sensibel. Anale Eingriffe können deshalb schmerzhaft sein. Dank neuer Operationstechniken (wie beispielsweise die Longo-Operation) und neuer Schmerztherapiekonzepte werden diese Eingriffe heutzutage aber meistens sehr gut toleriert. Operationen, bei denen kein Gewebe entfernt wird (z.B. die Schleimhautraffung), sind insbesondere schmerzarm.

Wann bin ich wieder arbeitsfähig nach einer Hämorrhoiden-Operation? 

Schmerzen werden individuell empfunden und hängen auch von der gewählten Operation ab. Im Allgemeinen kann man damit rechnen, nach spätestens 1 Woche wieder arbeiten zu können.

Besteht das Risiko einer Stuhl-Inkontinenz nach der Operation?

Das Risiko, eine Stuhlinkontinenz nach einer Hämorrhoidenoperation zu entwickeln, ist extrem klein. Bei analen Operationen, insbesondere bei Operation wegen Hämorrhoiden,  kann jedoch ein verstärkter Stuhldrang nach der Operation auftreten, der sich in der Regel nach wenigen Tagen oder Wochen wieder normalisiert.